Rechter Shitstorm nach Anti-Compact Aktion 27. März 2017 – Posted in: Verlagsnews – Tags: , , , , ,

Zum rechten Shitstorm, der seit gestern Abend auf unserer Seite stattfindet.

Seitdem die Rechten und ihre Sympathisant*innen das Internet und die sozialen Medien für sich entdeckt haben, bleibt leider auch das nicht aus. Da getroffene Hunde bellen, zeigt diese Reaktion in unseren Augen deutlich, dass wir richtig gehandelt haben, auf der Leipziger Buchmesse gegen reche Hetze und deren Protagonist*innen vom Schlage des Compact-Magazins protestiert zu haben. Daher halten wir an der Aktion fest und werden daran arbeiten, im nächsten Jahr organisierter und noch politischer gegen deren öffentlicher Präsenz zu mobilisieren und rechnen dabei wieder auf die Unterstützung der Kolleg*innen und Besucher*innen. Während Rechte uns jetzt mit Schmähkommentaren übersehen, war es ein einziger Scharfmacher, der auf der Messe gegen die Protestierenden seine Darstellung inszenierte, um den Compact-Stand zu „verteidigen.“
Wir wollen nicht im einzelnen auf die Kommentare, die von Beleidigungen über Drohungen bis hin zu Gewaltaufrufen reichen und auch keine Fehde mit Sven Liebich oder anderen rechten Figuren eingehen und empfehlen anderen, dies auch nicht zu tun. Die Auseinandersetzung mit den Ursachen des Erstarkens der Rechten und den Alternativen dazu ist uns wichtiger. Wer an einer ausführlichen Analyse interessiert ist, wird in unserem aktuellen Buch „Brandstifter“ zu genau diesen Leuten fündig. Daher belassen wir es bei einen kurzen Statement:
Das Motto der diesjährigen Leipziger Buchmesse war „Für das Wort und die Freiheit.“ Trotzdem die Kampagne vor allem auf die inhaftierten Kolleg*innen ausgerichtet war, lässt sie sich auch auf Deutschland übertragen. Gerade Compact als Sprachrohr von PEGIDA und insbesondere des rechten Flügels der AfD steht nicht für die Freiheit. Weder für die Menschen, noch für die Worte. Sie sprechen keine unbequemen Wahrheiten aus und sind vor allem keine Alternative zum Mainstream, denn rassistische Politik und Islamfeindlichkeit steht gerade auf der Agenda vieler Parteien – Regierungsparteien eingeschlossen. Nichtsdestotrotz sind sie die Scharfmachen, in deren Windschatten sich Gewalttäter*innen bewegen. Die Zunahme der Angriffe gegen (vermeintliche) Geflüchtete und deren Unterkünfte in Deutschland ist ein Beleg dafür.
Im Gegenteil zu der rechten Selbstdarstellung als Alternativentwurf zur aktuellen Situation, helfen sie, den Status Quo aufrecht zu erhalten. Wer die Bevölkerung entlang der Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder sexuellen Orientierung und Identität spaltet, macht es den Herrschenden leichter, ihre Position zu halten. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ohne Unterdrückung, Diskriminierung und Ausbeutung ein und für ein Ende des täglichen Massenelends von Millionen Menschen. Rechte Medien lenken für den wirklichen Ursachen für Krieg, Hunger und Armut ab – dem Kapitalismus – und erweisen den Profiteuren damit einen guten Dienst. Objektiv können die Menschen, die genauso erwerbslos oder prekär beschäftigt wie alle anderen sind, aber den Rechten auf den Leim gehen, kein Interesse haben. Wir können nur hoffen, dass sie dies eher früher als später erkennen. Wir werden nicht aufhören, für eine andere Gesellschaft zu kämpfen und reichen allen die Hand, die dies mit uns gemeinsam tun wollen. #verlagegegenrechts